Etappe 4 – Leinen los: Von Livorno nach Bastia – Ankunft auf der Insel der Kurven

Die Nacht in Livorno war besser als erwartet. Das Hotel schlicht, aber solide – und das Restaurant, das wir am Abend fanden, war ein Volltreffer. Italienische Küche ohne Show, aber mit Seele: Pasta wie sie sein muss, ein kühler Weißwein, und Gespräche über vergangene Touren, neue Ziele – und ein bisschen über Martin. Die Vorfreude auf Korsika war greifbar.

Am Morgen machten wir uns früh auf den Weg zum Hafen. Diesmal lief alles rund: Die Tickets griffbereit, der Check-in zügig, das Einweisen der Maschinen professionell. Die Fähre, ein eher nüchternes Arbeitstier, nahm uns auf, verzurrte uns im Bauch, und dann hieß es: Vier Stunden Überfahrt.


Wir nutzten die Zeit zum Runterkommen. Der Blick übers offene Meer, der Fahrtwind an Deck, das gleichmäßige Dröhnen der Maschinen im Schiffsrumpf – eine stille Einstimmung auf das, was vor uns lag. Keine Hektik, kein Stress. Nur das Meer. Und irgendwann: Bastia am Horizont.

Die Ankunft auf Korsika fühlte sich an wie ein Neuanfang. Das Licht war anders – weicher, wärmer. Die Luft roch nach Salz, Staub und diesem schwer zu beschreibenden mediterranen Versprechen von Abenteuer. Wir rollten von der Fähre, mischten uns in den Stadtverkehr und fanden schnell unser neues Quartier: ein kleines Apartment mitten in Bastia, versteckt in einem belebten Innenhof, umgeben von Kneipen, Cafés, Gelächter, Stimmengewirr.

Während wir die Maschinen parkten und die Helme abnahmen, begann um uns herum gerade das korsische Nachtleben. Stimmen aus offenen Fenstern, der Klang von Besteck auf Tellern, Musikfetzen irgendwo aus einer Bar.

Wir waren angekommen.


Heute war kein großer Fahrtag – aber ein wichtiger Schritt. Von der Planung in die Realität. Von der Vorfreude in den Moment. Und morgen? Da beginnt die eigentliche Tour. Korsika wartet. Mit Kurven, Küsten, Bergen und hoffentlich – ein bisschen Magie. 

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